Mobatime-Zeitdiensttechnik für die Navi Mumbai Metro

Das Projekt „Navi Mumbai Metro“ ist ein Neubauvorhaben in der Stadt Navi Mumbai, die sich im indischen Bundesstaat Maharashta, direkt in Nachbarschaft der Millionen-Metropole Mumbai, befindet. Mit einer prognostizierten Einwohnerzahl von ca. 2 Millionen Menschen gilt sie als größte moderne Planstadt der Welt. Dabei ist Navi Mumbai nicht nur als Wohnstadt, sondern auch als wirtschaftliches Wachstumszentrum angelegt. Dieser langfristigen Zielsetzung wird nun auch durch den Aufbau einer modernen, schienengebundenen Nahverkehrs-Infrastruktur Rechnung getragen.

Die MOBATIME-Firmengruppe, vertreten durch ihre Gesellschaften in der Schweiz (Moser-Baer AG), in Deutschland (Bürk Mobatime GmbH) und Indien (MOBATIME India Pvt. Ltd.), ist seit einigen Jahren erfolgreich in Indien tätig, so z.B. als Lieferant von Zeitdienstanlagen der Delhi Metro Corporation. Nun ist es auch gelungen, den ersten Lieferauftrag für die neue Navi Mumbai Metro zu gewinnen. Im ersten Schritt soll ein Streckenabschnitt mit 11 Bahnhöfen im Jahre 2017 in Betrieb gehen, für den MOBATIME dann die zeitdiensttechnischen Steuer- und Endgeräte bereitstellt.

Die Zeitdienstanlage besteht dabei von der Steuerseite her aus sogenannten „Zeitservern“, die im Gegensatz zu konventionellen Hauptuhren vorwiegend das standardisierte NTP-Format (Network Time Protocol) als Zeitstempel zur Netzwerk- und Uhrensynchronisation ausgeben. Damit können dann sowohl die Uhrenanlage als auch andere IT-Subsysteme direkt über das Netzwerk auf die korrekte Systemzeit eingestellt werden.

Auf den Bahnhöfen werden dann typische Bahnhofsuhren mit 60 cm Durchmesser zur intuitiv lesbaren Zeitinformation der Reisenden installiert. Diese Analoguhren sind mit einer energieeffizienten LED-Beleuchtung ausgestattet und arbeiten, passend zur zentralen NTP-Zeitsynchronisation, durchweg als informationstechnische Endgeräte, d.h. als reine „NTP-Clients“ ohne weitere Schnittstellen. Des Weiteren kommen noch diverse NTP-Digitaluhren für die Ausstattung von z.B. technische Betriebs- und Kontrollräume zum Einsatz.

Als Neuheit ergibt sich bei diesem Projekt, dass die Zeitserver vom Typ DTS 4136 neben der NTP-Ausgänge auch die sogenannte „E1-Schnittstelle“ unterstützen. Dieser Frequenzausgang (2.048 MHz) wird benötigt, um die SDH-Synchronisation (Synchronous Digital Hierarchy) der fiberoptischen Nachrichtenübertragung im gesamten Metrosystem sicherzustellen.
Mit diesem wichtigen Entwicklungsschritt ist MOBATIME nunmehr in der Lage, neben der klassischen Zeitverteilung noch zusätzliche Zeit- und Frequenzsynchronisierungsaufgaben in verkehrstechnischen ITK-Anlagen zu übernehmen. Weitere Produktinnovationen des Herstellers tragen diesem erweiterten Kundennutzen und dem technischen Bedürfnis nach zentralisierten, präzisen, hochverfügbaren und multifunktionalen Zeitzentralen gleichfalls weiter Rechnung.

Veröffentlich in:
Nahverkehrspraxis 09/2016