Wem die richtige Zeit schlägt

Das Uhren-Revival in der Industrie

Lange Zeit war die Uhr aus der Fabrikhalle oder dem Büro nicht wegzudenken. Doch das änderte sich in Zeiten von Armbanduhr und später dem Handy oder Smartphone, die Uhr kam aufs Abstellgleis und trat allmählich den Rückzug an. Nun erlebt sie ein Revival, und das aus gutem Grund. Denn wenn die Uhr auf dem Rechner eine andere Zeit anzeigt als die auf dem Handy und erst die auf dem Smartphone des Kollegen, dann kann es in der Firma kritisch werden. „Viele Firmen kehren jetzt zur Uhr zurück“, weiß Jürgen Mauthe von Bürk Mobatime.
Die Schwenninger Uhrenspezialisten bieten hier Komplettlösungen an: Ein Netzwerk aus Uhren, die alle aufeinander abgestimmt sind und mittels Funk die exakte Zeit einfangen. Dafür haben sie ein System entwickelt, das aus einem Funkempfänger und einem Zeitserver besteht. Der abgesetzte Empfänger wird außen am Gebäude angebracht und kann damit ungestört die Zeitsignale empfangen, die er dann drahtgebunden an den Server weitergibt. Von dort geht dann alles über das interne LAN des Betriebs, es muss also kein eigenes Netz geschaltet werden. Das macht Sinn, wenn die Kabel der früheren Firmenuhren inzwischen abgebaut wurden. Sind sie noch da, können sie ebenfalls an den Server angeschlossen werden. So lassen sich dann alle Uhren im Betrieb exakt steuern. Die in der Fabrikhalle oder im Büro, die an den Computern oder auch in den Maschinen und die Telefonanlage. „Die haben dann alle exakt dieselbe Zeit“, sagt Jürgen Mauthe. Natürlich gehören zum Portefeuille von Bürk Mobatime auch die Uhren selbst, und das in allen Varianten. „Wir haben die robusten Modelle, die auch Dreck und Staub prima aushalten“, erzählt der Fachmann. Und natürlich sämtliche anderen Endgeräte, egal ob mit Zeigern ausgestattet oder einer Digitalanzeige, ob klein oder mit einem Durchmesser von einem halben Meter. Auch analoge Uhren funktionieren über das Bürk-System, so dass, wer möchte, seine alten Uhren behalten kann. Oder sie mit neuem Innenleben versehen, dann wird aus einer analogen Uhr eine digitale, bleibt aber äußerlich unverändert, beispielsweise wenn die Uhr unter Denkmalschutz steht, wie es manchmal vorkommt. „Wir können da je nach Betrieb und seiner Philosophie variieren“, so Mauthe.

Zusätzlich kann an das System auch ein Gong oder eine Hupe als Pausensignal angehängt werden, dann ebenfalls vom Zeitserver gesteuert. Die Uhren haben ihre eigene IP-Adresse, sodass man über den Server jederzeit auch sehen kann, ob das Endgerät eventuell eine Störung hat, ob die Hauptuhren und Nebenuhren richtig funktionieren, und sie notfalls schnell synchronisieren kann. “Hier lässt sich auch der Standort der Uhr einprogrammieren, so dass man sie jederzeit wiederfindet.“ Alle Daten auf einen Blick, das bietet das System von Bürk Mobatime. „Wir schnüren das passende Paket für jeden Kunden“, betont Mauthe. Die Kunden kommen aus allen Branchen und lassen ihre Uhrenanlagen auch teilweise nach und nach modernisieren, angepasst an die stückweise Modernisierung der Firma.

Veröffentlich in:
Technik + Einkauf 05/2016