Zeit wirds

Mit dem Distributed Time System DTS stellt BÜRK MOBATIME GmbH ein völlig neuartiges Konzept für hochpräzise, vielseitige und zugleich wirtschaftliche Zeitsysteme vor. Bei diesem System können Zeitdienstkomponenten verschiedener Funktionalitäten zwar dezentral, d. h. bedarfsorientiert, installiert beziehungsweise positioniert werden, sind aber dennoch über LAN (Ethemet) miteinander verbunden und können daher einfach und bequem “vom Schreibtisch aus”, also von einer zentralen Warte aus, bedient und angesteuert werden.

Das neue, vernetzte Zeitdienstsystem DTS ergänzt die bereits seit vielen Jahren erfolgreich am Markt etablierten MTC-Zeitdienstzentralen. MTC steht für Master Time Center und bezeichnet eine hochredundant und modular aufgebaute Zeitzentrale, die im Bereich der gehobenen Zeitdiensttechnik, z.B. bei sehr großen Uhrenanlagen in Flughäfen, Verkehrsleitzentralen, großen Industriegebäuden oder Verwaltungen, Anwendung findet. Die Master Time Centers können je nach Anforderung und Kundenspezifikation mit den hierfür erforderlichen Funktionsmodulen bestückt werden. Diese Module sind dabei über einen internen Bus miteinander verbunden und verfügen jeweils über eine eigene Zeitbasis. Auch in Zukunft werden die MTC-AnIagen uneingeschränkt ihre Anwendung finden, so zum Beispiel beim Ersatz veralteter Zeitdienstzentralen mit einer Fülle direkt angeschlossener Uhrenlinien oder anderen vielseitigen Funktionsschnittstellen.

Beim Distributed Time System wird nun diese zentrale Anordnung verschiedener Funktionsmodule aufgebrochen: Anstelle der in einem Gehäuse konzentrierten Module gibt es jetzt eigenständige Geräte in 19 “-Bauweise, die vom Anwender je nach Anforderung einzeln beschafft und an den jeweils geeignetsten Stellen im Gebäude installiert werden können. Unter Ausnutzung nunmehr gängiger Standards wie TCP/IP, NTP und SNMP können alle Einzelgeräte in ein Zeitdienstnetzwerk eingebunden und zentral über ein PC-Terminal bedient werden. Das System bietet also eine sehr große Flexibilität, bezogen auf die gezielte Auswahl effektiv benötigter Zeitdienstkomponenten. Hinzu kommt eine hohe Investitionssicherheit, da das System nahezu unbegrenzt um künftig eventuell notwendige Zusatzfunktionalitäten erweitert werden kann.

Immer mehr moderne Zeitdienstsysteme basieren auf standardisierten NTP-Schnittstellen. Der Bedarf an spezifischen Protokollen wie RS232/422/485 geht damit bei reinen Neuanlagen generell zurück. Fast in allen Neuinstallationen stehen heute TCP/IP IT-Netzwerke zur Verfügung und bilden somit das Rückgrat moderner Automations- und Kommunikationskonzepte. Die darin integrierten Endgeräte kommunizieren üblicherweise über SNMP-Protokolle und können mittels Standard Management Software für IT-Geräte (zum Beispiel HP Open-View) konfiguriert und überwacht werden. Ebenso müssen hohe Anforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit (beispielsweise 99,99%) erfüllt werden. Das neuartige DTS-Konzept wird diesen Anforderungen in vollem Umfang gerecht. Im Rahmen des DTS-Konzeptes stehen verschiedene Einzelgeräte zur Verfügung: NTP-Zeitserver, Zeitserver mit Zusatzschnittstellen sowie Netzhauptuhren. Mit diesen Geräten wurden bereits sehr interessante Anwendungen mit spezifischen Leistungsmerkmalen realisiert. So können die DTS-Zeitserver, u. U. in redundanter Anordnung, für die Zeitsynchronisierung von Kraftwerks-Leitebenen eingesetzt werden. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Vermeidung sogenannter Zeitsprünge, die zwingend notwendige Aufzeichnungen der angebundenen Leitrechner (Log-Files) empfindlich stören können. Der neue NTP-Zeitserver von MOBATIME ist eines der wenigen Geräte am Markt, die solche Zeitsprünge in allen Betriebszuständen vermeiden können.

Für den Betrieb klassischer Uhrenanlagen steht die DTS-Masterclock zur Verfügung. Sie ist eine gezielte Weiterentwicklung der MOBATIME NetMaster Clock NMC, die seit einigen Jahren als NTP-Server oder -Client mit Hauptuhrfunktion verfügbar ist. Auch bei der neuen DTS-Masterclock werden wiederum herkömmliche Uhrenschnittstellen wie z. B. MOBALine, IRIG, AFNOR oder auch RS232/422/485 bedient, dies jedoch mit einer noch besseren Genauigkeit und wichtigen Zusatzfunktionen wie z. B. die Weltzeitfunktion bei MOBALine. Außerdem werden SNMP-Traps der Versionen V2c/V3 sowie IP V6 unterstützt. Damit weist das neue Gerät bezüglich der IT-Peripherie einen absolut aktuellen Stand auf. Für die Ablösung der langjährig eingesetzten MobaTime Server MTS sind weiterhin spezielle DTS-Zeitserver mit Zusatzschnittstellen wie IRIG, AFNOR, DCF-FSK oder serielle Schnittstellen in Vorbereitung, die unter Umständen durch sogenannte Distributoren noch ergänzt werden können und damit eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der hochpräzisen Zeitsynchronisation erschließen.